Im Garten wächst mehr, als man ausgesät hat.

 

 

Wichtiges im September

22.09.2018 Gartenabfälle können kostelos im Bauhof abgegeben werden.

Bei der Apfelernte auch kranke Früchte entfernen
Gerade bei größeren Bäumen reifen die Äpfel auf den sonnenabgewandten Seiten und im Inneren der Krone weniger einheitlich ab als bei schmalen Buschbäumen. Deshalb sind mehrere Erntegänge nötig. Entfernen Sie dabei auch alle Früchte mit Faulstellen, starkem Schorfbefall oder anderen Krankheitsanzeichen. Zum Einlagern eignen sich nur einwandfreie Äpfel, die übrigen sollten rasch verwertet werden. Faulstellen großzügig ausschneiden, sie enthalten das Pilzgift Patulin! Kleine braune, trockene Flecken im Fruchtfleisch (Stippigkeit) werden durch Nährstoffprobleme verursacht und sind gesundheitlich unbedenklich, die Äpfel schmecken aber meist bitter.

Tomaten und Paprika: Neue Blüten entfernen
Brechen Sie die neu gebildeten Blüten Ihrer Tomaten und Paprika ab September regelmäßig aus. Grund: Die vorhandenen Früchte reifen besser aus und werden größer, wenn die Pflanzen keine neuen mehr bilden können. Sie können beide Gemüsearten im September noch einmal mit flüssigem Gemüsedünger oder Brennnesseljauche versorgen und sollten alle vergilbten Blätter laufend entfernen.

Kürbisse mit Stroh unterlegen
Betten Sie reifende Kürbisse auf einer dicken Schicht Stroh. Das Strohpolster passt sich der Kontur an und stellt sicher, dass die schweren Früchte sich nicht asymmetrisch verformen, sondern gleichmäßig rund bleiben. Außerdem sind sie so besser vor Verunreinigungen und Fäulnispilzen geschützt.

Sellerieknollen düngen
Knollen-Sellerie legt im September deutlich an Umfang zu und braucht deshalb einen Nährstoff-Nachschub. Arbeiten Sie rund um die Knolle Gemüsedünger ein oder gießen Sie die Pflanzen im Abstand von zwei Wochen zweimal mit verdünnter Beinwelljauche.

Leimringe anbringen
Legen Sie Ende September Leimringe um Ihre Obstbäume, um Frostspanner abzuwehren. Die flugunfähigen Weibchen klettern ab Oktober die Baumstämme hoch, um ihre Eier abzulegen. Wichtig: Bringen Sie den Leimring entweder oberhalb der Verbindung zum Baumpfahl an oder versehen Sie den Baumpfahl ebenfalls mit einem Leimring, damit die Insekten nicht über Umwege in die Baumkrone gelangen können.

Gründüngung einsäen
Abgeerntete Beete sollten nicht brach liegen bleiben. Säen Sie stattdessen noch eine Gründüngung ein. Sie verhindert Erosion, Auswaschung von Nährstoffen und reichert den Boden mit organischem Material an.

Hagebutten früh ernten
Lassen Sie die Früchte der Wildrosen, die Hagebutten, nicht zu lange am Strauch hängen. Wenn Sie die Hagebutten für Gelee oder Marmelade verwenden wollen, sollten Sie sie bis Mitte September ernten. Die Früchte werden sonst zu mehlig und verlieren ihre feine Säure.

Thymian ernten
Thymian liefert im September eine zweite Ernte. Schneiden Sie die Pflanzen dabei um die Hälfte zurück. Der beste Zeitpunkt dafür ist am späten Vormittag. Dann die Zweige zu kleinen Bündeln zusammenfassen und an einem luftigen, halbschattigen, vor Regen geschützten Ort aufhängen und trocknen lassen.

 

 

 

 Wissenswertes

 ► Planung für das neue Gartenjahr

DIE MISCHKULTUR

 

Ihr kennt das sicher: klappt’s mit dem Nachbarn, ist die Stimmung gleich viel besser, Ihr fühlt euch rundum wohl auf Eurer Scholle. So geht es auch Euren Pflanzen. Mit den richtigen Nachbarn gedeihen sie gleich doppelt so gut. Und dabei haben Pflanzen noch einen unschlagbaren Vorteil: sie können sich ihre Nachbarn aussuchen! Besser gesagt: Ihr könnt das tun. In der Fachsprache heißt das dann Mischkultur. Die richtige Mischung zu finden, ist gar nicht so schwer. Merkt Euch einfach eine Faustregel: gehören die Pflanzen zu einer Familie, mögen sie sich überhaupt nicht. Sind sie dagegen nur weitläufig oder gar nicht miteinander verwandt, vertragen sie sich bestens. Es ist also fast wie im Leben! Ihr könnt diese Faustregel für die Mischkultur ebenso wie für die Fruchtfolge anwenden. Also: niemals verschiedene Arten einer Pflanzenfamilie, Kohl zum Beispiel, miteinander oder nacheinander anbauen. Richtig kombiniert, werden Eure Pflanzen dagegen weniger von Krankheiten oder Schädlingen heimgesucht, sie schützen und  fördern sich gegenseitig. Außerdem ist der Boden das ganze Jahr über bewachsen. Er trocknet nicht so leicht aus und bietet den Wildkräutern weniger Fläche.

DIE MISCHKULTUR IM HOCHBEET

Der Anbau von Mischkulturen sollte in einer Gartenanlage das Ziel sein. Umso erfreulicher ist es, dass sich der Mischkulturanbau sehr gut für Hochbeete anbietet. Pflanzen Sie beispielweise Dill oder Zwiebeln zwischen Gurken, Salat und Möhren. Dadurch können so manche Plagegeister vertrieben werden, denn sie verlieren oftmals die Duftorientierung. Außerdem ergänzen sich verschiedene Nutzgewächse in nachbarschaftlicher Gemeinschaft. Blumen und Kräuter in den Gemüsebeeten sind nicht nur ein Blickfang für jeden Garten, sie locken auch die zum Teil vom Aussterben bedrohten, heimischen Bienen an. Genau wie Schmetterlinge und Marienkäfer nutzen sie dem gesunden Gedeihen der Pflanzen. Für die Erhaltung der biologischen Vielfalt sind sie sogar unverzichtbar! Idealerweise eignen sich essbare Blumen in Ihrem Kräuter- und Gemüsehochbeet. Insbesondere die verschiedenen Sorten der Kapuzinerkresse und Stiefmütterchen. Sie sorgen sprichwörtlich für eine bunte Salatvariation.

 

Mit dem Ausprobieren eines Mischkulturgartens, hier am Beispiel eines Hochbeetes kann man gar nicht früh genug anfangen, denn nur so gewinnen Sie wichtige Erkenntnisse, welche Arten zusammenpassen und welche nicht. Sehr gute Dienste leisten Hochbeete auch gerade in Gärten mit schlechter Bodenqualität. Neue oder frischangelegte Hochbeete mit humusreichem, bzw. nährstoffreichem Boden sollten zunächst nur mit Starkzehrern bepflanzt werden, wie z.B. Tomaten, Auberginen und Kohl. Wenn in den Folgejahren keine frische Humuserde aufgetragen wird, können vor allem die Mittel- und Schwachzehrer, beispielsweise Salate, Spinat und Kräuter, zum Einsatz kommen. Grundsätzlich gilt, große Pflanzen in die Mitte und die kleinsten nach außen zu pflanzen. Der beste Zeitpunkt um ein Hochbeet anzulegen ist der Herbst oder das zeitige Frühjahr.


Gute Nachbarschaft

 

Manche Gemüse- und Kräuterarten begünstigen sich gegenseitig in Wachstum und Ertrag. Sie halten sogar Schädlinge voneinander fern. Andere harmonieren gar nicht und sollten daher auch nicht nebeneinander gesät oder gepflanzt werden. Wichtig für die Planung Ihres optimal begünstigen Beetes ist also, dass gute Nachbarschaften zwischen den Kulturen genutzt und schlechte vermieden werden. In der Übersicht kann man auf einem Blick sehen, welche Pflanzen sich gegenseitig Unterstützen. Bohnenkraut beispielsweise, schützt Bohnen gegen die schwarze Bohnenlaus und fördert durch den starken Duft Wachstum und Aroma. Möhren, Rote Beete und Kohl lieben die Gesellschaft von Dill. Auch er hält Schädlinge ab, da sie meist die Duftorientierung verlieren und fördert insbesondere bei Möhren die Keimfähigkeit. Rosmarin schützt speziell Möhren und Kohlgewächse gegen den Kohlweißling und die Möhrenfliege. Alle Pflanzenkombinationen beruhen auf jahrzehntelangen Beobachtungen und Erfahrungen von Gärtnern.

 

 

Probiert es ruhig selbst!

 

 PflanzeGute Nachbarn Schlechte Nachbarn 
 Buschbohnen

Bohnenkraut, Erdbeeren, Gurken,
Sellerie, Rote Bete, Kohlarten,
Kopfsalat, Pflücksalat, Tomaten

Erbsen, Fenchel, Knoblauch, Lauch,
Zwiebeln

 Erbsen

Dill, Fenchel, Gurken, Kohlarten,
Mais, Möhren, Kohlrabi, Kopfsalat,
Radieschen, Zucchini

Bohnen, Kartoffeln, Knoblauch, Lauch,
Tomaten, Zwiebeln

 Gurken

Bohnen, Dill, Erbsen, Fenchel, Kohl,
Kopfsalat, Kümmel, Lauch, Mais,
Rote Bete, Sellerie, Zwiebeln

Tomaten, Radieschen

 Kohlarten

Bohnen, Dill, Endivien, Erbsen,
Kartoffeln, Kopfsalat, Lauch,
Sellerie, Spinat, Tomaten

Erdbeeren, Knoblauch, Senf,
Zwiebeln

 Kopfsalat

Bohnen, Dill, Erbsen, Erdbeeren,
Gurken, Kohl, Lauch, Möhren,
Tomaten, Zwiebeln

Petersilie, Sellerie

 Lauch

Erdbeeren, Kohl, Kopfsalat, Möhren,
Sellerie, Tomaten

Bohnen, Erbsen, Rote Bete

 Möhren

Dill, Erbsen, Knoblauch, Lauch,
Radieschen, Rettich, Tomaten,
Zwiebeln, Schnittlauch

 -

Radieschen/Rettich 

Bohnen, Erbsen, Kohl, Kopfsalat,
Möhren

 Gurken
Tomaten

Buschbohne, Knoblauch, Kohl, Kohlrabi

Erbsen, Fenchel, Kartoffeln, Gurken

Zucchini

Kopfsalat, Lauch, Möhren, Petersilie,
Rettich, Radieschen, Rote Bete, Sellerie,
Spinat, Stangenbohnen, Zwiebeln

 
Zwiebeln

Bohnenkraut, Erdbeeren, Dill, Kopfsalat,
Möhren, Rote Bete

Bohnen, Erbsen, Kohl